Ich war das Kind, das niemand wollte
Gedicht zur Überwindung.
Ich war das Kind, das niemand wollte.
Im Heim. Im Wald. Im Elmo-Kino, wo die Lichter flackerten, aber nie auf mich fielen.
Ich hatte keinen Namen, war nur eine Nummer.
Ich hatte keine Stimme, nur Schweigen.
Im Kinderheim: ein Bett unter vielen, ein Körper unter Decken;
Ein Atemzug, der niemand hörte.
Die Wände rochen nach Desinfektion und vergessenen Tränen.
Ein Stempel auf einem Kinderakt. Ein Haken auf einer Liste.
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Ein „Fall“, der abgelegt wurde.
Ich hatte keine Stimme, nur Schweigen.
Ein Schweigen, das schwerer war als Worte.
Ein Schweigen, das wuchs — wie Schimmel in feuchten Ecken.
Ein Schweigen, das sich einnistete — in den Knochen, im Blut, im Schlaf.
Und niemand fragte.
Niemand suchte
Niemand sah.
Ich war das Kind, das niemand wollte.
(Lyrik zur Überwindung der Sprachlosigkeit)
© Peter Siegfried Krug, 15. November 2025, 19:54 CET, Stadt Hallein



